Nichts dient der romantischen Verklärung des Mittelalters so sehr wie das Ritterturnier.

Der Widerstreit ehrhafter Krieger, der heldenhafte Kampf zwischen Gut und Böse, dass Zurschaustellen ritterlicher Ideale: Das Turnier ist die Essenz der Ritterlichkeit und damit der Inbegriff des Mittelalters an sich. Und nicht zuletzt ist es das zentrale Ereignis eines jeden Mittelalter-Festivals.

Was ursprünglich zum Trainieren der Kriegsfertigkeiten in Friedenszeiten gedacht war hat sich im Hoch- und Spätmittelalter zu einem beispiellosen Showereignis entwickelt. Die Ritter des Spätmittelalters wurden auf den Turnieren gefeiert wie heutzutage Sportstars. In der Romantikbewegung Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte das Mittelalter und speziell das Ritterturnier eine nostalgische Neubewertung. Es wurde idealisiert und romantisiert und sorgte für einen verklärten Blick auf das Mittelalter.

Doch trotz alledem geht vom Anblick schwer gerüsteter Ritter in einem Turnier eine Faszination aus, die seit Hunderten von Jahren ungebrochen ist.