1294
Graf Adolf von Nassau, deutscher König, kauft zur Sicherung seiner Hausmacht alle zu Weilburg gehörenden Ländereien vom Bistum Worms auf; die Grafen von Nassau werden unmittelbare Nachbarn der Grafen von Diez-Weilnau, die im Besitz der Gebiete an der unteren Weil sind Um

1300
Bau der Burg Freienfelsvermutlich durch die Brüder Heinrich und Reinhard von Diez-Weilnau am Nordrand ihres Besitzes – zur Sicherung gegen die Grafen von Nassau; bisher sind keine genauen Angaben zum Gründungsjahr der Burg und zu ihren Erbauern möglich

1327
Urkundliche Ersterwähnung der Burg Freienfels im Testament des Siegfried von Runkel, Propst des Klosters zu Gemünden: seinem Neffen Siegfried und den übrigen Kindern seines Bruders Dietrich den halben Teil der Burg Freienfels mit allen Gerichtsrechten in Mainlinten und den übrigen zugehörigen Einkünften; Malevir, Sohn seiner Schwester Gertrud, die andere Hälfte jenes Schlosses. (Quellen: Zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters / Band 2) D. h. Verpfändung von Burg Freienfels durch die Grafen von Diez-Weilnau an Siegfried von Runkel zu einem unbekannten Zeitpunkt vor

1327
Die Grafen von Diez-Weilnau sind im 14. Jahrhundert ständig in finanziellen Schwierigkeiten, sie besitzen umfangreiche, aber stark verteilte Besitzungen im Bereich der Lahn und im Taunus

1331
Burg Freienfels ist im Besitz der Grafen von Nassau, die Ausschaltung von Burg Freienfels mußte schon immer Ziel der Grafen von Nassau gewesen sein vermutlich Verkauf durch die Erben des Siegfried von Runkel an jene, Öffnung von Burg Freienfels durch die Grafen von Nassau gegenüber den Elkerhäuser Raubrittern.

1335
Besitzteilung im Hause Nassau in eine Weilburger und eine Idsteiner Linie, Burg Freienfels kommt an die Weilburger Linie Im 14.Jh.Burg Freienfels verliert ihre militärische Funktion;Besitzansprüche in der Region sind geklärt

1450
Die Burg ist an Hermann Sprikast von Waldmannshausen, Burgmann in nassauischen Diensten, verpfändet

1466
Burg Freienfels geht als nassauisches Lehen, das „Tal“ (= Dorf Freienfels) inbegriffen, an Ritter Johann (IV.) von Schönborn (nachgew. 1439 – 1486) und dessen gleichnamigen Sohn (Johann (V.), nachgew. 1466 – 1529), Burg- und Amtmänner in nassauischen Diensten. Die Ritter von Schönborn bestätigen in diesem Zusammenhang, daß sie „zu beider lebtage ein Lehen geliehen han vnser Sloß Freinfels und den dayl mit syme begriffe und luden die da wohnhafftig sint vnd allem zugehore an wiesen,eckern, garten, wyngarten, welden, wassern vnd weiden…“ (s. Wiedl, a. a. O. S. 22) Die Grafen von Nassau versprechen hingegen, das „recht baufällige Schloß wieder instandzusetzen“ (s. Karl Hermann May, Territorialgeschichte des Oberlahnkreises (möglicherweise fand im Zusammenhang damit eine Erweiterung des Wohnbaus der Burg statt)) Bei der Rückforderung des Lehens von den Schönbornschen Erben durch Nassau seien „zweyhundert guder swerer rhynischer gulden frankfurter werunge“ zu zahlen gewesen (s. Wiedl, a. a. O., S. 22) Das Vertragsverhältnis dauert über sieben Generationen: 220 Jahre lang bewohnt die Familie von Schönborn die Burg Freienfels.

1502
Johann (V.) von Schönborn, erhält die Verlehnungsurkunde über Burg Freienfels und das gleichnamige Dorf.

1534
Erneuerung des Lehens für die Söhne des Johann (V.) von Schönborn: Georg, Philipp (Amtmänner der Grafen von Nassau) und Johann von Schönborn

1563
Lehen geht an die beiden verbliebenen Söhne des Georg von Schönborn, Philipp und Valentin von Schönborn: Erbteilung zwischen Philipp und Valentin von Schönborn = Aufteilung der Freienfelser Schönborn-Linie in eine Freienfelser und eine Eschbacher Linie 1571Valentin von Schönborn richtet seinen Wohnsitz auf Burg Freienfels ein. Er versucht, Rechte in Zusammenhang mit dem Freienfelser Lehen auszudehnen, Freienfels der nassauischen Gebietsherrschaft zu entziehen und es in einen eigenständigen Herrschaftsbereich umzuwandeln.

1615
Georg von Schönborn (nachgew. 1610 – 1653) erhält das Freienfelser Lehen Die Auseinandersetzung mit der Lehnsherrschaft endet, die Remersteger Mühle wird in das Lehen miteinbezogen, territorialherrschaftliche Ansprüche werden abgewiesen.

1620
Das Freienfelser Lehen geht als Witwengut an Ursula Philippine von der Leyen, Gemahlin des Georg von Schönborn, der ansonsten nicht über Besitz verfügt; dieses sogenannte „Wittum“ umfaßt „das Haus Freienfels mit Stallung, Scheunen, Wiesen, Gärten, Holzung, Viehzucht, Schäferei, Jagd, Fischfang und Diensten und der Pacht der Hofleute zu Freienfels sowie den zu Freienfels gehörenden Weingarten“ (s. Wiedl, a. a. O., S. 46) Die Freienfelser Besitzungen sind an Hofleute verpachtet

1654
Georg von Schönborn stirbt ohne Nachkommen, das Freienfelser Lehen geht an Philipp Erwein von Schönborn, ein Mitglied der Seitenlinie in Eschbach. Mit Philipp Erwein von Schönborn (nachgew. 1607 – 1668) in Freienfels und seinem Bruder Johann Philipp von Schönborn (nachgew. 1605 – 1673) in Eschbach nimmt die Familie einen ungeheuren Aufstieg: sie stellt Reichsvizekanzler, Erzbischöfe und Bischöfe in verschienen Städten und erlangt wesentlichen Einfluß auf die Reichs- und Kirchenpolitik Dadurch verschiebt sich der Interessenschwerpunkt der Schönborns in den Raum Mittelfranken; der Freienfelser Besitz verliert für sie an Bedeutung

1687
Verkauf des Freienfelser Lehens an den dänischen Freiherrn Johann Ernst von Friesensee, kaiserlicher Obrist, Generalwachtmeister, durch Lothar Franz von Schönborn (nachgew. 1655 – 1729) für 20 000 Gulden – unter Einverständnis der nassauischen Lehensherrschaft 1708Beabsichtigte Veräußerung des Freienfelser Lehens durch Sabina Lamberta, die Witwe des dänischen Obristen von Friesensee, an die Grafen von Wied-Runkel kommt – aufgrund von Unstimmigkeiten mit dem Kloster Worms nicht – zustande.

1724
Sabina Lamberta veräußert das Freienfelser Lehen schließlich wieder an die Grafen von Nassau für 18 000 Gulden; die Burg befindet sich noch in gutem Bauzustand Im 18. Jh. Nie ist die Burg in Krieg oder anderen Auseinandersetzungen zerstört worden, jetzt jedoch schätzt Nassau Burg Freienfels als unbewohnbar ein und gibt sie dem Verfall preis; später dient sie als Steinbruch für die Häuser in Freienfels und den umliegenden Dörfern.

1866
Burg Freienfels befindet sich mit dem Herzogtum Nassau im Besitz Preußens.

1900
Zeichnungen des Malers Otto Ubbelohde (1867 – 1922) Bleistiftzeichnungen als Grundlage für die Radierung von 1902

1902
Radierung der Nordwestecke des Wohnbaus vom unteren Burghof aus Federzeichnung „Blick von der Ruine Freienfels“ 1907/08Ausbaupläne für Burg Freienfels seitens des preußischen Stararchitekten Bodo Ebhardt (1865 – 1945), Raumaufteilung gemäß der Grundrißpläne entspricht der eines Bürgerhauses der Wilhelminischen Epoche 1910Verwaltung der Burg Freienfels durch das Kultusministerium weitreichende Erhaltungsmaßnahmen zur Sicherung des Bestands der Ruine durch den Staat, außerdem Einbau von Treppen und Türen und Öffnung der Burg für Besucher.

1945
Burg Freienfels ist Eigentum des Landes Hessen

1996
Burg Freienfels im Besitz des Fördervereins: Burg Freienfels – Förderverein zur Erhaltung der Burgruine Freienfels e. V. Aufgabe des Fördervereins: Erhaltung des derzeitigen Ruinenzustands der Burganlage und Durchführung aller dazu erforderlichen Sanierungsmaßnahmen Fachliche Unterstützung: Durch den Kunsthistoriker Dr. Michael Losse: mehrere Veröffentlichungen und Forschungsarbeiten sowie ein Gutachten zur Erhaltung, Präsentation und schonenden Nutzung. Durch Dr. Joachim Zeune und sein Büro für Burgen- und Bauforschung fachgerechte Unterstützung der Sanierungsmaßnahmen, angestrebt ist eine Mustersanierung der Burgruine für den Raum Hessen.