Wenn das Turnier das Herz eines jeden Mittelalter-Events ist, dann ist der Markt seine Seele.

Der Markt, abgeleitet vom lateinischen „mercatus“ für „Handel betreiben“, war im Mittelalter die einzige Möglichkeit, Waren zu veräußern oder Dinge zu kaufen, die man nicht selber herstellen konnte. Schon damals ging vom „markât“ eine ganz eigene Faszination aus. Händler boten nicht nur ihre Waren feil, sondern versorgten die Bevölkerung auch mit Neuigkeiten aus entfernten Regionen.

Der Handel war seit der Zeit des römischen Imperiums eine treibende Kraft in der gesellschaftlichen Entwicklung und ein Motor des Fortschrittes. Er konnte ebenso befrieden, wie Kriege auslösen. Und der Ursprung des Handels lag im Markt. Das Marktrecht war im Mittelalter eine Vorstufe auf dem Weg zum Stadtrecht und hatte einen großen Anteil am Aufschwung der Städte und dem Bürgertum im späten Mittelalter.

Heute ist der mittelalterliche Markt eine Mischung aus Kuriositätenkabinet und einem Einblick in längst vergangene Handwerkskunst. Neben Rüstzeug, Bogenbauern und Schmieden findet sich Buch- und Schreibkunst, Seifen- und Dufthersteller, Stoff- und Tuchverkäufer, Schmuck- und Steinhändler, Lampenbauer und Kerzendreher sowie Glas-, Leder- und Holzkünstler. Dazu kommen zahlreiche Dienstleistungen wie Badehäuser und Kinderbespaßer. Vor allem aber köstliche Speisen und berauschende Getränke sorgen für einen intensiven Einblick in das Mittelalter.